8. Jahrhundert – Kaiser Karl – Gründung Domschulen

Karolingische Domschulen treten in Konkurrenz zu den Klosterschulen.

Unter Karl dem Großen entstehen in den Bischofsstädten durch kaiserliche Vorschrift von 789 n. Chr. den Klosterschulen konkurrierende Dom- oder Kathedralschulen, wie die von Alkuin zunächst noch als Klosterschule gegründete Choralschola am Aachener Dom, die den Messgesang nach der römischen schola cantorum lehrt. Die Domschulen sollen Kleriker und mehr Laien ausbilden und die Christianisierung vorantreiben. Die Lehrinhalte sind Singen, Lesen, Schreiben, Berechnen des Ostertermins und lateinische Grammatik und in den höheren Stufen die Sieben freien Künste, aufgeteilt in drei sprachliche sowie vier mathematische Fächer, zu welchen auch die Musik zählt.

In dieser Tradition stehen alle noch existenten oder wieder gegründeten Dom-, aber eben auch Stiftsschulen mit Schwerpunkt auf der musikalischen und religiösen Erziehung, und ebenso die später so genannten Domsingschulen. Aus den Ausbildungsstätten gehen auch einige der berühmten Knabenchöre hervor. Von den heute 27 katholischen Bistümern mit ihren Domen nennen 10, von den heute 17 evangelischen Domen drei ihre Ausbildungsstätten „Domsingschule“.

Albrecht Dürer, Münster von Aachen, Zeichnung aus dem Silberstiftskizzenbuch, 1520, British Museum, © Wikimedia gemeinfrei