1976 – Domkantor Kruse – Entstehung Domsingschule

1976 werden Armin Kraft neuer Domprediger und Helmut Kruse am 1.4.1976 Domkantor. Bereits seit 1971 leitet er den Braunschweiger Motettenchor und ist 1975 Landesobmann des Kirchenmusikerverbandes der Landeskirche Hannover. Mit Kraft und Kruse ist die Stunde für die Domsingschule gekommen. Es ist die dynamische Zeit neuer gesellschaftlicher Ideen, die Zeit der Öffnung der Kirchen in andere Gruppen hinein, die Zeit freierer und ganzheitlicher pädagogischer Ansätze und einer neuen musikalischen Früherziehung.

Noch im selben Jahr entwickelt sich die kirchenmusikalische Arbeit nach einigen zu lösenden innerkirchlichen Konflikten, da die Idee die klassische Kantorenarbeit infrage zu stellen scheint, zu dem, was schließlich die Braunschweiger Domsingschule als Ausbildungsstätte unter dem Dach der Domstiftung genannt wird. Einen Gründungsakt gibt es nicht.

Anders als in anderen Singschulen mit ihren oft ausschließlichen Knabenchören und allein diesen vorbehaltenen Ausbildungs- und Auftrittschancen sind in Braunschweig von Anfang an gleichberechtigt Mädchen dabei. Kruse startet – noch unstrukturiert, aber probierfreudig – mit 80 Kindern und Jugendlichen. Die erste Krabbelkantorei probt am 4. August, geleitet von Susanne Witten-Kruse, der damaligen Ehefrau des Domkantors.

Vorbericht in der Evangelischen Zeitung vom 7. März 1976, (c) EZ
Bewerbungsfoto Helmut Kruse 1975, © LAW BA 685
Helmut Kruse 1978, © DSS von privat
Helmut Kruse und Armin Kraft um 1980, © DSS von privat
 Artikel über die frühe Arbeit Kruses, Evangelische Zeitung vom 26.12.1976, Foto Otto Hoppe, © EZ